Das Transaktionale Stressmodell von Lazarus und Folkman: Theorie, empirische Befunde und Kritik

Stressforschung · Theorie und Kritik

Das Transaktionale Stressmodell von Lazarus und Folkman: Theorie, empirische Befunde, Kritik und körperorientierte Erweiterungen

Anne Hagenow, M.A.·Veröffentlicht am 9. April 2025·Letzte fachliche Aktualisierung am 1. Mai 2026

Das Transaktionale Stressmodell, 1984 von Richard S. Lazarus und Susan Folkman in der gleichnamigen Monographie ausgearbeitet, gilt als zentrale theoretische Grundlage der psychologischen Stressforschung. Es beschreibt Stress als Ergebnis einer dynamischen Wechselbeziehung zwischen Person und Umwelt, vermittelt durch kognitive Bewertungsprozesse. Der vorliegende Beitrag ordnet das Modell historisch ein, stellt seine Kernkonzepte dar, referiert empirische Befunde und Folkmans spätere Erweiterung um meaning-focused coping, diskutiert das Verhältnis zu konkurrierenden arbeits- und gesundheitspsychologischen Stressmodellen sowie die wesentlichen Kritiken aus Affective Neuroscience, Trauma-Forschung und körperorientierter Psychologie und skizziert die offene Frage nach einer Integration kognitiver und neurophysiologischer Bewertungsebenen.

1. Historische Einordnung

Die Stressforschung des 20. Jahrhunderts entwickelte sich in mehreren Wellen, deren Verlauf das Lazarus’sche Modell als Reaktion auf vorgängige Theorien begreifbar macht. Walter B. Cannon prägte mit dem Konzept der fight-or-flight-Reaktion eine erste physiologische Stressbeschreibung: Bei Bedrohung mobilisiert das sympathische Nervensystem den Organismus zur Verteidigung oder Flucht (Cannon, 1932). Hans Selye baute darauf mit dem Allgemeinen Anpassungssyndrom auf und beschrieb eine dreistufige unspezifische Reaktion auf Stressoren — Alarmphase, Widerstandsphase, Erschöpfungsphase (Selye, 1936, 1956). Stress wurde in dieser frühen Phase reizorientiert verstanden: als Reaktion des Organismus auf eine Belastung, weitgehend unabhängig von individueller Wahrnehmung.

John W. Mason kritisierte Selyes Unspezifitätsthese in den frühen 1970er Jahren und zeigte, dass psychologische Faktoren — insbesondere Neuheit, Unvorhersehbarkeit und Kontrollverlust — die endokrine Stressreaktion stärker modulieren als die rein physische Belastung (Mason, 1974). Damit war der Boden für eine kognitive Wende bereitet. Magda Arnold hatte bereits 1960 in Emotion and Personality den Begriff der appraisal in die Emotionsforschung eingeführt und Emotionen als Folge einer Bewertung beschrieben (Arnold, 1960). Lazarus griff diesen Gedanken auf und übertrug ihn auf die Stressforschung. In Psychological Stress and the Coping Process entwickelte er erstmals einen Ansatz, der die kognitive Bewertung einer Situation als zentralen Vermittler zwischen Reiz und Reaktion verortete (Lazarus, 1966). Mit der gemeinsam mit Susan Folkman 1984 publizierten Monographie Stress, Appraisal, and Coping erhielt dieser Ansatz seine kanonische Form.

Damit verschob Lazarus die Stressforschung von einem reizorientierten oder reaktionsorientierten Paradigma zu einem relationalen: Stress sei weder eine Eigenschaft der Person noch der Umwelt, sondern eine bestimmte Beziehung zwischen beiden, vermittelt durch Bewertung (Lazarus & Folkman, 1984, S. 19). Diese Position blieb für die nachfolgenden Jahrzehnte einflussreich und prägt bis heute psychotherapeutische, arbeits- und gesundheitspsychologische Modelle (Schwarzer, 2000; Krohne, 2017).

2. Die Kernkonzepte des Modells

Das Transaktionale Stressmodell operiert mit einer überschaubaren Zahl klar definierter Konzepte. Stress wird als Person-Umwelt-Transaktion verstanden, in der die Anforderungen einer Situation die Ressourcen der betreffenden Person übersteigen oder zu übersteigen drohen und so das Wohlbefinden gefährden (Lazarus & Folkman, 1984, S. 19). Zentral ist dabei der kognitive Bewertungsprozess (cognitive appraisal), den Lazarus und Folkman in zwei Hauptstufen sowie eine fortlaufende Neubewertung gliedern.

2.1 Primärbewertung

In der Primärbewertung (primary appraisal) prüft die betreffende Person, ob eine Situation für ihr Wohlbefinden von Bedeutung ist. Lazarus und Folkman unterscheiden drei Ergebnisse: irrelevant, günstig-positiv (benign-positive) und stressbezogen (Lazarus & Folkman, 1984, S. 32). Wird eine Situation als stressbezogen klassifiziert, differenziert sich die Bewertung weiter in Schaden/Verlust (harm/loss) — der Verlust ist bereits eingetreten —, Bedrohung (threat) — ein zukünftiger Schaden wird antizipiert — und Herausforderung (challenge) — die Situation bietet Wachstums- und Bewältigungspotenzial.

Lazarus präzisierte diese Unterscheidung in Emotion and Adaptation durch drei Dimensionen, die jeder Primärbewertung zugrunde liegen: Zielrelevanz, Zielkongruenz, also ob die Situation der eigenen Zielsetzung förderlich oder abträglich ist, und Zielinhalt, die Art des involvierten Selbstinteresses (Lazarus, 1991). In dieser späteren Fassung wird deutlich, dass Bewertung nicht ein neutrales Einordnen, sondern ein motivational und biographisch geformter Prozess ist.

2.2 Sekundärbewertung

In der Sekundärbewertung (secondary appraisal) richtet sich die Aufmerksamkeit auf die verfügbaren Bewältigungsressourcen. Geprüft wird, was getan werden kann, welche Optionen bestehen und mit welcher Erfolgserwartung sie verbunden sind (Lazarus & Folkman, 1984, S. 35). Strukturierend wirkt dabei die Trias von demands (Anforderungen), constraints (Einschränkungen) und resources (Ressourcen). Die in der Bezeichnung suggerierte Reihenfolge zur Primärbewertung ist nicht zeitlich gemeint: Beide Prozesse laufen typischerweise parallel und wechselseitig ab.

2.3 Neubewertung

Die Neubewertung (reappraisal) ist die Anpassung früherer Bewertungen an neue Informationen oder an die Folgen des bisherigen Bewältigungsverhaltens (Lazarus & Folkman, 1984, S. 38). Sie ist nicht bloß ein nachgelagerter Schritt, sondern integraler Bestandteil des fortlaufenden Stressprozesses. Eine zunächst als Bedrohung bewertete Situation kann zur Herausforderung werden, sobald neue Bewältigungsressourcen sichtbar werden, und umgekehrt.

2.4 Coping

Coping definieren Lazarus und Folkman als die kognitiven und verhaltensbezogenen Anstrengungen, mit den Anforderungen einer als belastend bewerteten Situation umzugehen, wenn diese die Ressourcen der Person beanspruchen oder übersteigen (Lazarus & Folkman, 1984, S. 141). Sie unterscheiden drei Funktionen: das problemorientierte Coping zielt auf die Veränderung der stressauslösenden Situation, das emotionsorientierte Coping auf die Regulation der ausgelösten Affekte, das bewertungsorientierte Coping auf die Modifikation der kognitiven Einschätzung selbst. Welche Form des Coping zum Einsatz kommt, hängt vom Bewertungsergebnis, von der Kontrollierbarkeit der Situation und von individuellen Dispositionen ab.

Wichtig ist die von Lazarus und Folkman betonte prozesshafte Lesart: Coping ist nicht als persönlicher Stil zu verstehen, sondern als situationssensitives, dynamisches Geschehen. Diese Differenzierung wurde später vielfach diskutiert und teilweise revidiert (Bodenmann & Gmelch, 2009; Krohne, 2017).

2.5 Vermittelnde Faktoren

Lazarus und Folkman benennen mehrere personale und situationale Faktoren, die den Bewertungsprozess vermitteln. Auf personaler Seite stehen commitments — also persönliche Verpflichtungen und Werte — sowie beliefs über die eigene Wirksamkeit und über die Kontrollierbarkeit der Welt (Lazarus & Folkman, 1984, S. 56–80). Auf situationaler Seite wirken Neuheit, Vorhersehbarkeit und Ereignisunsicherheit. Diese Differenzierung erklärt, warum identische Stressoren bei verschiedenen Personen sehr unterschiedliche Bewertungen und Reaktionen auslösen können.

3. Empirische Befunde

Die empirische Prüfung des Modells begann bereits vor seiner kanonischen Ausformulierung 1984. Eine frühe Studie von Speisman, Lazarus, Mordkoff und Davison demonstrierte, dass die affektive Reaktion auf einen stressauslösenden Film durch die kognitive Rahmung mitbestimmt wird (Speisman et al., 1964): Versuchspersonen, denen ein anthropologischer Tonkommentar vor dem Film zur Verfügung stand, zeigten eine deutlich geringere physiologische Stressreaktion — gemessen über die Hautleitfähigkeit — als Personen, die denselben Film ohne Kommentar oder mit einem die Bedrohung betonenden Kommentar sahen. Lazarus interpretierte diese und ähnliche Befunde als Beleg dafür, dass Bewertung die Stressreaktion moderieren könne; er sprach vom short-circuiting of threat.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde das Modell in unterschiedlichen Domänen getestet. Eine relevante Weiterentwicklung legten Goh, Sawang und Oei mit ihrem Revised Transactional Model (RTM) im arbeitspsychologischen Kontext vor (Goh, Sawang & Oei, 2010). Sie integrierten zusätzliche Pfade — etwa direkte Effekte zwischen Stressor und Coping ohne mediierende Bewertung — und konnten das erweiterte Modell empirisch besser anpassen als das ursprüngliche.

Eine umfangreiche Validierung mit klinischer Stichprobe legten Obbarius und Kollegen am Beispiel einer modifizierten Modellversion vor: An einer Stichprobe von 2.216 Patientinnen und Patienten der Psychosomatischen Abteilung der Charité Berlin wurde ein Strukturgleichungsmodell auf der Grundlage des Transaktionalen Konzepts geprüft und bestätigt (Obbarius et al., 2021). Die Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass die kognitive Bewertung selbst — als psychologischer Innenprozess — in dieser empirischen Validierung nicht direkt erfasst werden konnte; geprüft wurden ihre Korrelate.

Die zentralen Operationalisierungen des Modells, etwa der Ways of Coping Questionnaire (Folkman & Lazarus, 1988) und die Hassles Scale (Kanner, Coyne, Schaefer & Lazarus, 1981), wurden über vier Jahrzehnte intensiv eingesetzt. Sie erlaubten erstmals eine systematische Erforschung alltäglicher Belastungen jenseits der zuvor üblichen Life Events-Skalen. Die Übersichtsarbeiten dazu sind zahlreich (Schwarzer, 2000; Krohne, 2017; Schmidt-Atzert, Peper & Stemmler, 2014).

Insgesamt lässt sich festhalten: Das Modell hat sich als heuristisch produktiv erwiesen, die zentralen Annahmen sind in vielen Studien bestätigt worden, und es bildet in der gegenwärtigen Lehrbuchliteratur den Standardrahmen psychologischer Stresstheorie (Bodenmann & Gmelch, 2009; Schmidt-Atzert et al., 2014). Zugleich bleiben methodische Fragen offen, die im Kritikkapitel aufgegriffen werden.

4. Folkmans Erweiterung: Meaning-focused Coping

Eine bedeutsame, im deutschsprachigen Standard-Diskurs noch wenig rezipierte Weiterentwicklung des Modells stammt von Susan Folkman selbst. Auf Grundlage einer Längsschnittstudie an pflegenden Angehörigen von HIV-Patienten in den 1990er Jahren stellte sie fest, dass positive Affekte mitten in chronischer Belastung systematisch auftreten und weder als Verleugnung noch als kurzfristige Erleichterung erschöpfend zu erklären sind (Folkman, 1997). Sie schlug daraufhin eine revidierte Fassung des Coping-Konzepts vor, in der eine vierte Funktion neben den drei klassischen Formen tritt: das meaning-focused coping.

Meaning-focused coping bezeichnet jene Bewältigungsformen, die auf die Sinngebung der belastenden Situation und auf die Aufrechterhaltung übergeordneter Werte zielen. Folkman und Moskowitz beschreiben mehrere Subprozesse: benefit finding (das Erkennen positiver Aspekte oder persönlichen Wachstums infolge der Belastung), benefit reminding (das aktive Ins-Gedächtnis-Rufen solcher positiver Aspekte), adaptive goal processes (die Anpassung von Zielen an veränderte Möglichkeiten), reordering priorities (die Neubewertung dessen, was bedeutsam ist) und das infusing ordinary events with positive meaning — etwa das bewusste Wertschätzen alltäglicher kleiner Ereignisse (Folkman & Moskowitz, 2000a, 2000b).

Diese Erweiterung verschiebt das Modell konzeptuell. Die Annahme der ursprünglichen Fassung, Coping diene primär der Wiederherstellung eines Gleichgewichts, wird ergänzt um die These, Coping habe auch eine wertorientierte und sinnstiftende Funktion. Folkman bezeichnete dies später als die case for positive emotions in the stress process (Folkman, 2008) und entwickelte einen Bezug zur Hoffnungsforschung (Folkman, 2010).

Die empirische Bestätigung des meaning-focused coping ist in den letzten zwei Jahrzehnten in unterschiedlichen Belastungskontexten erfolgt — von onkologischen Patientinnen über pflegende Angehörige bis zu Studierenden während der COVID-19-Pandemie (Folkman, 2008, 2010; Park, 2010). Damit ergänzt Folkman die ursprüngliche Theorie um eine Dimension, die das Modell anschlussfähig an Sinn-, Werte- und Resilienzforschung macht und gleichzeitig die häufig formulierte Kritik einer zu defizitorientierten Coping-Konzeption adressiert.

5. Bezug zu konkurrierenden Stressmodellen

Das Transaktionale Stressmodell ist nicht das einzige psychologische Stressmodell, das im organisationalen und klinischen Kontext breit rezipiert wird. Eine angemessene Würdigung erfordert seine Verortung im Feld konkurrierender beziehungsweise ergänzender Theorien.

5.1 Anforderungs-Kontroll-Modell

Robert Karasek formulierte 1979 das Job Demand-Control-Modell, das später um die Dimension der sozialen Unterstützung erweitert wurde (Karasek, 1979; Karasek & Theorell, 1990). Stress entsteht nach diesem Modell aus dem Zusammenspiel hoher Anforderungen mit geringem Entscheidungsspielraum (decision latitude). Empirisch ist insbesondere die Iso-Strain-Konstellation — hohe Anforderungen, geringer Spielraum, geringe soziale Unterstützung — mit erhöhten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verknüpft. Während Lazarus die individuelle Bewertung in den Mittelpunkt rückt, fokussiert Karasek auf strukturelle Bedingungen der Arbeitsorganisation und liefert damit eine Erklärungsebene, die im Transaktionalen Modell systematisch unterspezifiziert bleibt.

5.2 Effort-Reward-Imbalance-Modell

Johannes Siegrist beschrieb 1996 mit dem Modell beruflicher Gratifikationskrisen eine zweite strukturelle Achse: Stress und gesundheitliche Belastung entstehen, wenn hoher beruflicher Einsatz dauerhaft nicht durch entsprechende Gratifikationen — Lohn, Anerkennung, Aufstieg, Arbeitsplatzsicherheit — beantwortet wird (Siegrist, 1996). Auch dieses Modell verlagert den Erklärungsschwerpunkt von der individuellen Bewertung zu strukturellen Bedingungen und ergänzt damit das Transaktionale Modell, statt es zu ersetzen.

5.3 Conservation of Resources Theory

Stevan Hobfoll legte 1989 mit der Conservation of Resources Theory (COR) eine objektivistische Alternative zum Transaktionalen Modell vor (Hobfoll, 1989, 2001). Hobfoll kritisiert die kognitive Vermittlung als zirkulär und schlägt stattdessen einen Ressourcenbegriff vor, der unabhängig von subjektiver Bewertung definiert ist: Stress entsteht durch tatsächlichen Verlust, drohenden Verlust oder ausbleibenden Gewinn von zentralen Ressourcen wie Zeit, Energie, Status, Beziehungen oder materiellen Gütern. Lazarus replizierte 2001, COR liefere wenig, was über das Transaktionale Modell substanziell hinausgehe, und betonte die Unentbehrlichkeit der Bewertung als integrativem Konzept (Lazarus, 2001). Die Debatte zwischen beiden Theorien hat die Stressforschung produktiv geprägt; eine endgültige Synthese steht aus.

5.4 Verhältnis zueinander

Die genannten Modelle stehen nicht in einem Ausschluss-, sondern in einem Komplementaritätsverhältnis. Das Transaktionale Modell beschreibt die individuelle Bewertungs- und Bewältigungsdynamik. Karasek und Siegrist beschreiben strukturelle Belastungsmuster auf der Ebene der Arbeitsorganisation. Hobfoll beschreibt Ressourcendynamiken jenseits subjektiver Bewertung. In der modernen arbeits- und gesundheitspsychologischen Praxis werden diese Modelle daher häufig parallel verwendet (Greif, 1991; Schwarzer, 2000).

6. Kritik und Grenzen des Modells

Bei aller Verbreitung ist das Transaktionale Stressmodell in mehreren Hinsichten kritisiert worden. Diese Kritiken sind nicht als Widerlegung zu lesen, sondern als Hinweis auf systematische Grenzen seiner Erklärungsreichweite.

6.1 Methodische Kritik

Der erste Strang der Kritik betrifft die methodische Operationalisierbarkeit. Die zentralen Begriffe Bewertung und Coping werden empirisch fast ausschließlich über Selbstauskunft erhoben, in der Regel im Nachhinein. Daraus entsteht ein Zirkularitätsverdacht: Stress liegt dann vor, wenn die betreffende Person ihn so bewertet — und genau das wird über Fragebögen erfasst (Hobfoll, 2001). Coyne und Racioppo bemängelten zudem die inflationäre Verwendung des Coping-Begriffs und die unzureichende Reproduzierbarkeit gängiger Coping-Skalen (Coyne & Racioppo, 2000). Lazarus selbst räumte die schwächere prädiktive im Vergleich zur deskriptiven Kraft seines Modells ein (Lazarus, 1999, 2001).

Auch die jüngste Strukturgleichungs-Validierung von Obbarius et al. weist explizit auf diese Grenze hin: Die kognitive Bewertung als innerer Prozess könne in der empirischen Prüfung nicht direkt eingeschlossen werden, sondern nur über ihre Korrelate erschlossen (Obbarius et al., 2021).

6.2 Die Lazarus-Zajonc-Debatte

Eine grundsätzliche theoretische Auseinandersetzung prägte die frühen 1980er Jahre: Robert Zajonc argumentierte, affektive Reaktionen könnten ohne kognitive Vermittlung entstehen, preferences need no inferences (Zajonc, 1980). Lazarus replizierte, jede affektive Reaktion setze zumindest eine rudimentäre, möglicherweise vorbewusste Bewertung voraus (Lazarus, 1982, 1984). Die Debatte ist nie abschließend entschieden worden; sie verdeutlicht aber, dass die Position, Bewertung sei der Affekt-Reaktion notwendig vorgelagert, theoretisch nicht zwingend ist.

6.3 Neurobiologische Befunde zur präkognitiven Bedrohungsverarbeitung

Joseph LeDoux lieferte mit seiner Erforschung der Amygdala-vermittelten Bedrohungsverarbeitung empirische Argumente, die der Lazarus-Position herausfordernd gegenüberstehen (LeDoux, 1996; LeDoux & Brown, 2017). LeDoux unterscheidet einen schnellen, subkortikalen Pfad (low road), der über Thalamus und Amygdala läuft, von einem langsameren, kortikalen Pfad (high road) über sensorische Projektionsareale. Der schnelle Pfad ermöglicht eine Reaktion auf bedrohliche Reize, bevor eine bewusste oder sogar bewusstseinsfähige kognitive Bewertung stattfindet. Damit ist die Hypothese einer notwendig der Reaktion vorgelagerten Bewertung in dieser strikten Form schwer haltbar — was Lazarus in seinen späteren Schriften teilweise selbst aufnahm, indem er Bewertung als auch unbewusst und automatisch ablaufend beschrieb (Lazarus, 1991, 1999).

6.4 Vernachlässigung biologischer Stressreaktion

Ein dritter Kritikstrang betrifft die Reichweite des Modells für chronische und biologisch verankerte Stressphänomene. Bruce McEwen entwickelte mit Peter Sterling und Joseph Eyer das Konzept der allostatischen Last (Sterling & Eyer, 1988; McEwen, 1998), das den Preis dauerhafter Anpassung an Belastung in messbaren biologischen Veränderungen beschreibt: in Cortisol- und Katecholamin-Profilen, in Immun- und Stoffwechselparametern, in struktureller Hirnplastizität. Die kumulative biologische Last (allostatic load) wirkt unabhängig davon, ob die belastete Person ihre Situation bewusst als belastend bewertet (Juster, McEwen & Lupien, 2010). Damit ist Lazarus‘ Modell für die Erklärung chronisch-stressbedingter Erkrankungen — Burnout, Hypertonie, depressive Störungen — nur eingeschränkt zuständig.

6.5 Affective Neuroscience

Jaak Panksepp entwickelte mit der Affective Neuroscience eine Theorie, in der grundlegende emotionale Systeme — SEEKING, FEAR, RAGE, PANIC, CARE, LUST, PLAY — in subkortikalen, evolutionär konservierten Hirnstrukturen verortet sind und der kognitiven Bewertung sowohl phylogenetisch als auch ontogenetisch vorausgehen (Panksepp, 1998, 2007). Auch hier ergibt sich ein Bild, in dem Bewertung nicht der Ursprung, sondern die nachgelagerte Verarbeitung primär affektiver Zustände ist.

6.6 Trauma-Forschung und somatische Gedächtnisbildung

In klinisch-traumatologischen Kontexten zeigt sich eine weitere Grenze. Bessel van der Kolk argumentiert auf Grundlage neurowissenschaftlicher und klinischer Forschung, dass traumatische Erfahrungen in besonderer Weise somatosensorisch enkodiert werden und sich der späteren narrativ-kognitiven Reorganisation häufig entziehen (van der Kolk, 2014). Peter Levine entwickelte mit dem Ansatz des Somatic Experiencing eine Therapieform, die nicht abgeschlossene motorische und autonome Verteidigungsreaktionen als zentralen Aspekt traumatischer Stressbewältigung adressiert (Levine, 1997). Das Lazarus’sche Reappraisal greift in diesen Kontexten als alleinige Interventionsebene zu kurz; klinisch wird daher zunehmend eine Verschränkung von Top-down- und Bottom-up-Zugängen vorgeschlagen. Es ist anzumerken, dass die empirische Evidenzbasis für Somatic Experiencing zwar wachsend, aber nach wie vor begrenzt und teilweise methodisch umstritten ist (Kuhfuß, Maldei, Hetmanek & Baumann, 2021).

6.7 Lazarus‘ eigene späte Selbstreflexion

Bemerkenswert ist die Selbstkritik, die Lazarus in seinem Spätwerk Stress and Emotion: A New Synthesis formulierte (Lazarus, 1999). Er positionierte sein Modell darin als cognitive-relational-motivational, betonte stärker den emotional-relationalen Charakter und relativierte die direkten gesundheitlichen Wirkungen von Stress. Die zentralen Ursachen von Krankheit lägen, so Lazarus selbst, in Genetik, Mikroorganismen und Verhaltensmustern; Stress, Emotion und Coping wirkten verstärkend, nicht primär verursachend. Diese späte Differenzierung wurde im deutschsprachigen Raum unter anderem in der Würdigung des Deutschen Ärzteblatts aufgegriffen (Deutsches Ärzteblatt PP, 2002) und ist im aktuellen Lehrbuch-Diskurs noch nicht durchgängig rezipiert.

7. Körperorientierte Erweiterungen

Aus der oben skizzierten Kritik ergibt sich die Frage, wie kognitive Bewertungstheorien und körperorientierte Stressmodelle aufeinander zu beziehen sind. Im Folgenden werden drei Perspektiven referiert, die sich in den letzten drei Jahrzehnten herausgebildet haben und für die gegenwärtige Stressforschung relevant sind.

7.1 Somatische Marker

Antonio Damasio formulierte mit der Hypothese der somatischen Marker eine Brücke zwischen Bewertung und körperlicher Reaktion (Damasio, 1994). Demnach sind Entscheidungs- und Bewertungsprozesse niemals rein kognitiv; sie greifen auf körperliche Zustände — Herzschlag, Atmung, viszerale Empfindungen — zurück, die als Marker zurückliegender emotionaler Erfahrungen dienen und gegenwärtige Bewertungen mitformen. Damasios Modell ist in der Affektforschung breit rezipiert (Reimann & Bechara, 2010) und liefert eine empirisch fundierte Verbindung zwischen Lazarus‘ kognitiver Bewertungstheorie und neurobiologischen Modellen der Stress- und Emotionsentstehung. Bewertung erscheint in dieser Lesart nicht als rein kognitiver Akt, sondern als verkörperter Prozess.

7.2 Polyvagaltheorie und Neurozeption

Stephen Porges entwickelte mit der Polyvagaltheorie ein Modell, in dem das autonome Nervensystem in drei evolutionär gestaffelten Schaltzuständen beschrieben wird: ein ventral-vagales System, das soziales Engagement und Sicherheit ermöglicht, ein sympathisch geprägtes System der Mobilisierung und ein dorsal-vagales System der konservativen Inaktivierung (Porges, 1995, 2007, 2011). Zentral für den Bezug zur Lazarus-Tradition ist Porges‘ Konzept der Neurozeption: einer vorbewussten, neuronal vermittelten Einschätzung von Sicherheit, Gefahr und Lebensbedrohung, die ohne kognitive Vermittlung abläuft.

Die Polyvagaltheorie ist in der akademischen Neurophysiologie nicht unumstritten. Grossman und Taylor formulierten methodische und phylogenetische Einwände gegen zentrale Annahmen der Theorie, insbesondere zur Spezifität der respiratorischen Sinusarrhythmie und zur evolutionären Schichtung der vagalen Subsysteme (Grossman & Taylor, 2007). Eine spätere Erweiterung dieser Kritik wurde von Porges selbst replizierend beantwortet (Porges, 2023). In der klinischen Trauma-Therapie wird die Polyvagaltheorie hingegen breit rezipiert und prägt unter anderem das Verständnis dissoziativer Phänomene und körperorientierter Interventionen (van der Kolk, 2014; Levine, 1997).

Für das Verhältnis zum Lazarus-Modell bleibt damit eine offene Forschungsfrage. Eine kanonische peer-reviewte Synthese, die Neurozeption als vorgelagerte Stufe einer Lazarus’schen Bewertungssequenz integriert, liegt derzeit nicht vor. Es lassen sich aber drei Lesarten unterscheiden: Erstens kann Neurozeption als vorgelagerter, vorbewusster Bewertungsprozess gelesen werden, der mit Lazarus‘ eigener späterer These einer auch unbewusst ablaufenden Bewertung kompatibel wäre (Lazarus, 1991). Zweitens kann sie — näher an Zajonc und LeDoux — als nicht-kognitive, eigenständige Bedrohungsverarbeitung verstanden werden, die der kognitiven Bewertung konzeptuell entgegensteht. Drittens kann eine integrative Lesart über Damasios somatische Marker formuliert werden, in der Bewertung von Beginn an verkörperter Prozess ist.

7.3 Embodied Appraisal

Im philosophisch-psychologischen Diskurs hat sich seit den frühen 2000er Jahren die Position des embodied appraisal etabliert (Prinz, 2004; Colombetti, 2014). Sie verschiebt die Frage, ob Kognition oder Affekt zuerst kommt, hin zu einer Position, in der Bewertung selbst als verkörperte, leibgebundene Reaktion verstanden wird. Eine Bewertung X ist eine Bedrohung ist demnach nicht primär ein kognitiver Akt mit körperlicher Begleiterscheinung, sondern ein integrierter Vorgang, in dem leibliche Resonanz und semantische Einordnung gleichzeitig auftreten. Diese Position bietet eine theoretisch konsistente Brücke zwischen kognitiver Appraisal-Theorie und neurobiologisch-körperorientierten Modellen, ohne eine der beiden Seiten zu relativieren.

8. Anwendung in Forschung und Praxis

Das Transaktionale Stressmodell hat in unterschiedlichen Anwendungsfeldern Spuren hinterlassen. In der kognitiven Verhaltenstherapie stellen Reappraisal-Techniken — die gezielte Veränderung der Bewertung einer Situation — ein etabliertes Standardverfahren dar; ihre konzeptuellen Wurzeln reichen über Albert Ellis‘ Rational-Emotive Behavior Therapy (Ellis, 1962) und Aaron Becks kognitive Therapie (Beck, 1976) bis zu Lazarus zurück. In der Emotionsregulationsforschung ist cognitive reappraisal eine zentrale Strategie, die sich in zahlreichen Studien als wirksam und vergleichsweise wenig kostenintensiv erwiesen hat (Gross, 2014).

In der arbeits- und gesundheitspsychologischen Praxis bildet das Modell den theoretischen Hintergrund für Stressmanagement-Trainings, betriebliche Gesundheitsförderung und Resilienzkonzepte. Häufig werden dabei Elemente aus mehreren Modellen kombiniert: Strukturelle Belastungsanalyse nach Karasek oder Siegrist, ressourcenorientierte Interventionen entlang Hobfoll, kognitiv-bewertungsorientierte Trainings nach Lazarus und zunehmend körperorientierte Verfahren, die an die im vorigen Kapitel skizzierten Erweiterungen anschließen (Greif, 1991; Schwarzer, 2000; Bodenmann & Gmelch, 2009).

In der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung nach Arbeitsschutzgesetz §5 spielen Konzepte des Modells als theoretischer Hintergrund eine Rolle, ohne das Modell explizit als Methodengrundlage zu kennzeichnen. Die zugrundeliegenden Operationalisierungen folgen häufiger arbeitspsychologischen Belastungs-Beanspruchungs-Modellen (DIN EN ISO 10075).

Eine Konsequenz aus den Befunden der Trauma- und Affective-Neuroscience-Forschung ist die zunehmende Integration von Top-down- und Bottom-up-Zugängen in der Praxis: Reappraisal-Techniken werden mit körperorientierten Verfahren — Atemarbeit, Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (Kabat-Zinn, 1990), somatische Wahrnehmungsübungen — kombiniert. Die Wirksamkeitsforschung zu solchen integrierten Ansätzen ist heterogen und wird intensiv diskutiert (Goyal et al., 2014).

9. Fazit

Das Transaktionale Stressmodell von Lazarus und Folkman markiert einen Wendepunkt der Stressforschung. Mit der Konzeption von Stress als bewertungsvermittelter Person-Umwelt-Transaktion löste es die reizorientierten Modelle der ersten Forschungsphase ab und prägt bis heute psychologische Theorie und Praxis. Seine Stärke liegt in der differenzierten Konzeption individueller Bewertungs- und Bewältigungsdynamiken; seine Grenzen liegen in der schwachen Erklärung struktureller Belastungsmuster, präkognitiver und somatischer Stressphänomene sowie chronisch-biologischer Stressfolgen.

Die wesentlichen empirischen Befunde stützen das Modell in seinen Grundannahmen und zeigen zugleich Erweiterungsbedarf. Folkmans späte Ergänzung um meaning-focused coping erweitert das Modell um eine sinn- und werteorientierte Dimension. Die Affective Neuroscience, die Polyvagaltheorie, Damasios somatische Marker und die Trauma-Forschung haben in den letzten drei Jahrzehnten Befunde geliefert, die auf eine vorgelagerte oder konzeptionell andere Verarbeitung von Bedrohung verweisen, ohne das Lazarus’sche Modell zu widerlegen. Eine kanonische Synthese kognitiver und somatischer Bewertungsebenen steht aus.

Lazarus selbst formulierte in seinem Spätwerk eine bemerkenswert nüchterne Einordnung: Sein Modell beschreibe einen wichtigen, aber nicht den primären Wirkmechanismus zwischen Belastung und Krankheit (Lazarus, 1999). In dieser Selbsteinordnung deutet sich eine produktive Forschungsrichtung an: Das Transaktionale Stressmodell ist als integraler Bestandteil eines umfassenderen, mehrebigen Verständnisses von Stress zu lesen — nicht als geschlossene Theorie, sondern als ein Beitrag, der durch strukturelle, biologische und körperorientierte Modelle ergänzt, nicht ersetzt wird.

10. Glossar

Allostase / allostatische Last
Begriff von Sterling und Eyer (1988), erweitert durch McEwen (1998); die Anpassungsleistung des Organismus an wechselnde Belastungen sowie deren kumulative biologische Kosten.
Appraisal (Bewertung)
Im Modell von Lazarus und Folkman zentraler kognitiver Prozess der Einschätzung einer Situation hinsichtlich ihrer Relevanz für das Wohlbefinden (Primärbewertung) und der verfügbaren Ressourcen (Sekundärbewertung).
Coping
Kognitive und verhaltensbezogene Anstrengungen, mit den Anforderungen einer als belastend bewerteten Situation umzugehen; differenziert nach problem-, emotions-, bewertungs- und sinnorientierter Funktion.
Daily hassles
Alltagsbelastungen, die im Unterschied zu kritischen Lebensereignissen wiederholt und niedrigschwellig auftreten und in Summe relevante Stresswirkungen entfalten können.
Embodied Appraisal
Konzeption der Bewertung als verkörperter, leibgebundener Vorgang; verbindet kognitive Appraisal-Theorie mit körperorientierten Affektmodellen.
Meaning-focused coping
Von Folkman (1997, 2008) ergänzte vierte Coping-Funktion; umfasst Sinngebung, Werteorientierung, benefit finding und adaptive Zielprozesse.
Neurozeption
Begriff aus der Polyvagaltheorie nach Porges (2007); die vorbewusste neurophysiologische Einschätzung von Sicherheit, Gefahr und Lebensbedrohung jenseits kognitiver Vermittlung.
Polyvagaltheorie
Modell von Porges (1995, 2007, 2011); beschreibt das autonome Nervensystem in drei evolutionär gestaffelten Schaltzuständen (ventral-vagal, sympathisch, dorsal-vagal). In der akademischen Neurophysiologie umstritten.
Reappraisal (Neubewertung)
Im Lazarus-Modell die Anpassung früherer Bewertungen an neue Information; in der Emotionsregulationsforschung die gezielte Veränderung der kognitiven Einschätzung einer Situation als Regulationsstrategie.
Somatischer Marker
Konzept Damasios (1994); körperliche Zustandssignale, die als affektive Repräsentation früherer Erfahrungen Bewertungen und Entscheidungen modulieren.
Stressor
Auslösende Bedingung oder Situation, die einen potenziellen Stressprozess in Gang setzt; im Transaktionalen Modell wird Stress nicht durch den Stressor selbst, sondern durch dessen Bewertung determiniert.
Transaktion
Im Modell von Lazarus und Folkman zentraler Begriff für die wechselseitige, dynamische Beziehung zwischen Person und Umwelt; Stress wird als emergentes Ergebnis dieser Beziehung verstanden, nicht als Eigenschaft einer der beiden Seiten.

11. Literaturverzeichnis

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  • Cannon, W. B. (1932). The wisdom of the body. W. W. Norton.
  • Colombetti, G. (2014). The feeling body: Affective science meets the enactive mind. MIT Press.
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12. Über die Autorin

Anne Hagenow, M.A., studierte Entrepreneurship & Psychology an der Leuphana Universität Lüneburg. Nach über zehn Jahren in Forschung und Lehre arbeitet sie heute als Systemische Business Coachin und Hypnoanalytikerin. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen in der Verbindung von Neuropsychologie, hypnosystemischem Coaching und Stressforschung. Sie ist Gründerin des AHA Hypnose Instituts.

Korrespondenz: hagenow [at] stress-wise.de