Es war nur eine Kleinigkeit. Ein Kommentar. Ein hektischer Morgen. Ein Blick, der dich getroffen hat, ohne dass du es zeigen konntest.
Und plötzlich war alles zu viel. Dein Nervensystem schaltet auf Rückzug, dein Brustkorb wird eng, dein Fokus verengt sich.
Vielleicht war es nicht der Tropfen. Sondern das Fass. Und dieses Fass bist du – verkörpert.

Klassisches Modell, neu gedacht
Wir alle kennen das Bild vom inneren Stressfass, das sich mit jeder Belastung ein Stück mehr füllt – bis es überläuft. Ein gutes Bild. Aber: zu einfach.
Denn was in dir Stress erzeugt, ist nicht nur, was du erlebst. Sondern was dein Körper nicht verarbeiten konnte.

Das STRESSWISE Körper-Fass-Modell
In unserem Verständnis ist das Fass kein Container im Kopf – es ist dein Nervensystem. Dein Körper speichert, reguliert und erinnert. Und zwar: • nicht gefühlte Gefühle • unterbrochene Impulse • unausgesprochene Wahrheiten • kleine Selbstverleugnungen (Microsplits) • soziale Anpassung ohne Rückverbindung • fehlende Integration von Überforderung
Es sind nicht die „großen Dinge“, die dein System kippen lassen. Sondern das ständig Übergehene.

Homöostase – dein innerer Kompass
Dein Körper strebt beständig nach Homöostase – einem dynamischen Gleichgewicht. Nicht als Idealzustand, sondern als Regulationsrhythmus.
Zwischen: • Aktivierung & Beruhigung • Nähe & Abgrenzung • Ausdruck & Integration • Spannung & Entladung
Das ist keine Willensleistung. Es ist ein körpergesteuerter, weiser Prozess – sofern du mitbekommst, was dein Körper braucht.

Warum das Fass voll wird, bevor du es merkst
Homöostase braucht Raum. Raum für Empfindung, Rückkopplung, Regulation. Aber im Alltag nehmen wir uns selten diesen Raum – und bemerken das Fass oft erst, wenn es überläuft: • in Form von Gereiztheit • chronischer Müdigkeit • Enge im Brustkorb • diffuser innerer Leere • überforderter Reizverarbeitung („Alles ist zu viel“)
Das sind keine Schwächen. Es sind Signale.
Der Körper ruft nicht nach Optimierung. Sondern nach Verbindung.

Der entscheidende Perspektivwechsel
Es geht nicht darum, das Fass zu „leeren“ – sondern es wieder zu spüren, bevor du dich darin verlierst.
Stress ist nicht das Problem. Das Problem ist, wenn du ihn zu spät bemerkst – weil du vorher schon aufgehört hast, dich selbst zu fühlen.
Das Fass ist keine Warnung für deine Defizite. Es ist ein Frühindikator für deine Selbstentfernung.

STRESSWISE Mikro-Check: „Bin ich bei mir?“
Frag dich nicht: „Wie viel halte ich noch aus?“ Frag dich:
„Wie nah bin ich mir gerade?“
Wenn du’s nicht weißt – leg die Hand auf dein Herz oder Bauch. Drei Atemzüge. Eine Rückmeldung.
Nicht, um dich zu regulieren. Sondern um wieder mit dir in Kontakt zu treten.

Was wirklich hilft • Bewegung, die dich spüren lässt – nicht leisten lässt • Kontakt, der ehrlich ist – nicht höflich • Atmung, die dich wieder ins Jetzt holt – nicht wegdrückt • Räume, in denen dein Körper nichts beweisen muss
Und vor allem: Keine weitere To-do-Liste, um das Fass zu kontrollieren. Sondern ein Ja zum Spüren, zum Rückkehren, zum Sein.

Fazit
Nicht der letzte Tropfen ist das Problem. Sondern das jahrelange Training, dich selbst nicht zu bemerken.
Das Körper-Fass-Modell lädt dich nicht ein, noch mehr zu „managen“. Sondern dich mit dir selbst zu befreunden. Jeden Tag ein bisschen mehr.
Du musst nicht leer werden. Du musst nur wieder ganz werden.
Und das beginnt – wie fast alles – im Spüren.

Einladung
Du möchtest dein Körper-Fass besser kennenlernen – nicht um es zu kontrollieren, sondern um dich tiefer zu verstehen?
Dann schau dir unsere STRESSWISE-Retreats an oder hol dir dein kostenloses Starterjournal: www.stress-wise.de

PS: Dein Körper ist kein Rätsel. Er spricht. Du musst nur wieder zuhören.
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